Cap d’Agde im Süden Frankreichs ist weltweit einzigartig. Es ist kein einfacher Campingplatz, sondern ein ganzer Stadtteil, das Village Naturiste, in dem
Nacktheit im Alltag (fast) überall erlaubt ist.
1. Ein urbanes Experiment
Seit den 1970er Jahren hat sich das Viertel zu einer voll funktionsfähigen Stadt entwickelt.
Infrastruktur: Es gibt nackte Supermärkte, Banken, Postämter, Friseure und Boutiquen. Wer hier lebt oder Urlaub macht, kann theoretisch zwei Wochen lang auf Kleidung verzichten, außer man verlässt das Viertel.
Der Strand: Ein kilometerlanger Sandstrand bietet Platz für tausende Naturisten.
Kontroversen: In den letzten Jahrzehnten geriet Cap d’Agde oft in die Schlagzeilen, da sich neben dem klassischen Familien-
Naturismus eine starke "Libertin"-Szene (Swinger) etabliert hat. Die Verwaltung bemüht sich heute verstärkt um eine Trennung der Bereiche, um den ursprünglichen Naturismus zu schützen.
Quellen & Einzelnachweise
- Ville d'Agde: Offizielle Berichte zur Stadtentwicklung des Quartier Naturiste
- Ludovic Gaillard: „Cap d'Agde : 50 ans d'histoire naturiste“. Editions de l'Hérault, 2021
- Atout France (Französische Zentrale für Tourismus): Marktanalyse zum Naturismus in Okzitanien.